Sinkflug stoppen – So sieht’s aus

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Kurvengrafik auf rotem Hintergrund mit dem Titel "Die Entwicklung des Rentenniveaus seit dem Jahr 2000"; von 2000 bis 2015 sinkt das Rentenniveau über 10%, bis 2013 sinkt es um weitere 8%

Der Sinkflug war eine bewusste Entscheidung der Politik

Anfang der 2000er Jahre hat die Politik beschlossen, den Beitragssatz zur Rentenversicherung niedrig zu halten. Die Folge: Seitdem steigen die Renten langsamer als die Löhne – und das Rentenniveau sinkt. Im Klartext: Rentnerinnen und Rentner erhalten verglichen mit den Durchschnittseinkommen immer weniger Rente.

Dass das Rentenniveau sinkt, war also eine bewusste politische Entscheidung. Bis heute ist das Rentenniveau um etwa zehn Prozent gesunken. Nach Berechnungen der Bundesregierung wird es bis 2030 um weitere acht Prozent fallen – und wenn sich nichts ändert, wird sich der Sinkflug auch nach 2030 weiter fortsetzen. Vor den Rentenreformen lag das Rentenniveau im Jahr 2000 bei ungefähr 53 Prozent, heute noch bei 47,7 Prozent, im Jahr 2030 werden nur noch 44 Prozent erwartet – es dürfte aber sogar auf 43 Prozent sinken.

Altersarmut vorprogrammiert: Erheblich weniger Rente trotz langem Arbeitsleben

Das hat erhebliche Folgen für die gesetzliche Rente: Eine Köchin mit 1.943 Euro Monatslohn bekäme, läge das Rentenniveau schon bei 43 Prozent, nach 40 Arbeitsjahren 677 Euro Rente. Würde die Köchin heute nach 40 Beitragsjahren bei einem Rentenniveau von 47,9 Prozent in Rente gehen, wären es immer noch 755 Euro. Bei 53 Prozent Rentenniveau, wie vor den Rentenreformen, wären es noch 832 Euro gewesen. Für immer mehr Menschen ist Altersarmut so vorprogrammiert.

Private Vorsorge kann die Lücke nicht schließen

Um die wachsende Rentenlücke zu schließen, sollten die Menschen in Deutschland nach der Rentenreform 2001 verstärkt privat vorsorgen: Die „Riester-Rente“ wurde eingeführt – eine staatlich geförderte private Altersvorsorge. Doch nur wenige Beschäftigte schaffen es, die geforderten vier Prozent ihres Einkommens in private Vorsorge zu investieren, um die volle staatliche Förderung zu bekommen. Nicht einmal jeder fünfte sozialversicherungspflichtige Beschäftigte erreicht diesen „Mindesteigenbetrag“ von 4 Prozent, nur etwa jeder dritte sozialversicherungspflichtige Beschäftigte hat überhaupt eine „Riester-Rente“. 15 Jahre nach der Reform ist klar: Die Lücken, die die Politik bewusst in die gesetzliche Rente gerissen hat, kann die „Riester-Rente“ nicht stopfen.

Den Sinkflug stoppen – und zwar jetzt!

Da der Sinkflug der gesetzlichen Rente eine politische Entscheidung war, kann die Politik den Sinkflug auch stoppen und umsteuern. Denn: Gute Rente geht – und zwar so.

Porträt von Mann mit Bart und dunklen Haaren, der auf einer Bank sitzt

Nizar S., Krankenpfleger, 36 Jahre Mein Job ist extrem anstrengend und in Vollzeit nicht bis 67 zu schaffen. Dazu noch weniger Beiträge durch Erziehungszeiten oder Ähnliches. Da werde ich nach 45 Jahren wohl nicht mal die errechneten 1.084 Euro Rente kriegen.